Sie möchten einen Software-Entwickler einstellen? Können Sie sich auf die Bindung eines neuen Mitarbeiters wirklich verlassen?

In den letzten Jahren hat das Thema Mitarbeiterbindung im HR-Bereich viel Aufmerksamkeit erregt. Informationen über die Mitarbeiterbindung werden als wichtiges Vorzeichen für die Loyalität der Mitarbeiter und die Leistung eines Unternehmens angesehen.

Der Leistungsdruck auf Organisationen nimmt ständig zu. Einer der Hauptgründe ist die Globalisierung, welche den Wettbewerb härter denn je macht.

Diese Umstände haben auch die Bedingungen in der IT-Branche verändert.

Allein in den letzten 10 Jahren, ist laut statista.com die Zahl der IT-Unternehmen um +30% gestiegen. Gleichzeitig sind Unternehmen gewachsen und haben damit die Nachfrage nach High-Tech-Fachkräften erhöht.

Nach wie vor fehlen den Unternehmen heute somit über 50.000 IT-Spezialisten.

Was bedeutet das? Die Nachfrage nach IT-Fachkräften ist höher denn je. Der Krieg um Talente hat nicht nur begonnen, wir sind mitten drin.

IT-Kräfte wissen wie gefragt sie sind und das sie sich in einem Arbeitnehmermarkt bewegen, denn die Personalvermittler anderer Firmen machen Ihnen kontinuierlich Angebote, welche die Konditionen ihrer bisherigen Stelle jedes Mal übertreffen.

Auch in ländlichen Regionen sind Mitarbeiter oft nicht an ein Unternehmen aufgrund seines Standortes gebunden, denn selbst in kleinen Städten gibt es meist eine Reihe von IT-Firmen. Die Möglichkeiten im Home Office zu arbeiten verringert die Entfernung noch weiter. Es gibt also keinen Zwang jeden Tag im Büro zu sein.

Betrachten wir die gegenwärtige Situation, dann stellen wir fest: Die Geschwindigkeit des technologischen Wandels hat sich drastisch erhöht. Unternehmen arbeiten agil. Es gibt eine starke Open-Source-Bewegung. Das Start-up-Flair inspiriert den Geist talentierter Spezialisten. Als Folge davon erscheinen neue Technologien, Frameworks, Programmiersprachen zehnmal häufiger als vor 20 Jahren.

Was bedeutet das genau? IT-affine Spezialisten sind mehr denn je bereit, etwas Neues zu versuchen und zu lernen. Es ist nicht sexy, an einer Technologie zu arbeiten, die schon zehn Jahre alt ist. Noch weniger Spaß macht es, an einem Projekt zu arbeiten, das bereits zehn Jahre alt ist. Es kursieren hierfür sogar schreckliche Spitznamen, denn in Entwickler Kreisen spricht man von “der Altlast” oder dem “dem Vermächtnis”.

Aber Unternehmen können ihre ERP-Systeme nicht alle 2-3 Jahre ändern. Solche Systeme müssen 10-20 Jahre lang funktionieren.

Es wäre unwirtschaftlich, ihre E-Commerce- oder mobilen Anwendungen, jedes Jahr aufgrund einer neuen vielversprechenden Technologie, komplett, von Grund auf neu aufzubauen. Investitionen in derartige Systeme werden planmäßig in mindestens 5 Jahren abgeschrieben.

Technologisch arbeitende Menschen sind meist sehr offen für neue Herausforderungen. Doch aus geschäftlichen und wirtschaftlichen Gründen, sowie der vorhandenen Unternehmenskultur, sind ihre Entwicklungsmöglichkeiten in manchen Unternehmen sehr begrenzt. Das führt zu einem Wechsel des Arbeitsortes. Die Spezialisten müssen sich nicht einmal nach einem neuen Ort umsehen. Personalvermittler aus anderen Unternehmen gehen proaktiv auf sie zu.

Einer der wichtigsten Motivationsgründe ist das Arbeitsumfeld und die damit verbundenen Möglichkeiten für die Selbst- und Weiterentwicklung.

Menschen streben danach, ständig etwas Neues zu lernen, ihre Fähigkeiten zu verbessern und diese schließlich in der Praxis anwenden zu können.

Die Erfahrung zeigt also: Unternehmen, die Talente halten wollen, müssen erhebliche Zeit und finanzielle Mittel in individuelle Karrierepläne investieren - von der Definition bis zur Ausführung.

Was mir somit immer wieder begegnet und wir hier zusammen fassen können:

Der Krieg um Talente hat vollständig begonnen. Bei einem Wechsel besteht meist keine Notwendigkeit für einen Umzug. Erfahrungsgemäß wollen fast alle Mitarbeiter an neuen spannenden Projekten und Technologien arbeiten. Der Wunsch nach Selbstentwicklung treibt den Wandel an.

Was an dieser Stelle außen vor bleiben soll, das sind die kleinen Vorteile, die Unternehmen für Ihre Mitarbeiter schaffen: wie z. B. Obst und frisches Gemüse, Frühstück in der Firma, Unterstützung im Privatleben. All das, hat sich, meiner Ansicht nach, bereits als Standard etabliert.

So ernüchternd es auch klingen mag, die Bindung von Software-Entwicklungs-Mitarbeitern muss gekauft werden.

Lässt man auch die Kostenfrage, für die Motivationsmaßnahmen zur Kompensation eventuell fehlender Herausforderungen, bzw. die Kosten für die Mitarbeiterentwicklung beiseite, kann sich ein Unternehmen fragen, ob es bereit ist, derart viel Energie und Zeit zu investieren, um als "Entwickler freundlich" ("software developer ready") wahrgenommen zu werden.

Viel einfacher und preiswerter wäre es, die IT-Projekte an diejenigen Unternehmen zu delegieren, die bereits seit Jahren professionell Erfahrung in der Realisierung und Umsetzung haben.

Hier ein kurzes Beispiel: Ein Software-Entwicklungsdienstleister, der seit mehr als 10 Jahren am Markt erfolgreich ist, hat bereits HR-Pipelines aufgebaut, um die talentierten Fachleute anzuziehen und zu binden. Insbesondere wenn ein Unternehmen ein Nearshore-Entwicklungsbüro betreibt, investiert es meiner Erfahrung nach, viel Leidenschaft in die Qualität der eigenen Mitarbeiter, da diese ihr wichtigstes Kapital sind.

Auftraggeber sind so von allen HR-Strapazen und Kosten befreit, da diese bereits enthalten sind. (Link zum vorherigen Artikel)

Die Spezialisten solcher Unternehmen sind dahingehend ausgebildet, ihre Kunden wie Kunden zu behandeln. Sie fühlen sich für die Projekte, die sie durchführen, auch tatsächlich selbst verantwortlich und fiebern entsprechend mit. Deshalb machen ihnen Nachtschichten keine Angst. Sie wollen vor ihren Kollegen wirklich stolz sein auf das, was sie für ein Projekt tun. Der Erfolg ihres Kunden ist ihr eigener Erfolg, und Misserfolge schmerzen sie nicht weniger als ihre Kunden.

 Wie Sie also bis hierher lesen konnten, ist es jetzt an der Zeit, sich erneut die Frage zu stellen, ob Sie auf die Bindung und Verpflichtung eines eigenen Software-Entwicklungs-Mitarbeiters ebenso zählen können?

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